Kunst in der St.Thomaskirche: Ji In Park

Vom 5. bis 30. April 2015 zeigt die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Thalfingen bei Ulm in Zusammenarbeit mit der SMUDAJESCHECK GALERIE Ulm ein Werk des koreanischen Künstlers Ji In Park.

Ostersonntag, 5. April, 10 Uhr wird das Gemälde erstmalig der Öffentlichkeit im Rahmen des Gottesdienstes präsentiert.

Das Kunstwerk ist danach zu den Bürozeiten des Pfarramtes (Mo, Di und Do, Fr von 9 bis 11 Uhr) zu besichtigen. Weitere Termine können mit der SMUDAJESCHECK GALERIE vereinbart werden.

Finissage und Künstlergespräch mit Helmut Braun, Kirchenrat, Kunsthistorike Kunstreferent der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, München, am Mittwoch, 29. April 2015, 19 Uhr

Sie sind herzlich eingeladen!

Hier finden Sie nun noch ein paar Bilder vom Aufbau des Kunstwerks:






Ji in Park

Eigentlich ist es schon sehr ungewöhnlich wenn in einer evangelischen Kirche - und dazu noch im Altarraum -  plötzlich ein großes Bild auftaucht, bzw. auch noch vom Pfarrer so gewollt, enthüllt wird.

Ungewöhnlich deshalb, wird doch der Evangelischen Kirche (und insbesondere mancher ihrer diversen Ableger) eine gewisse Bilderfeindlichkeit nahegelegt.

Die Gründe hierfür liegen im 2. Gebot und dieses begründet sich  wiederum aus der sog. „Idolatrie“, die in der „Schattenbild- oder  Trugbildverehrung“, (dem „Vera Ikon“)also letztlich tatsächlich in einer „Götzenbildverehrung“ besteht.

Sehen wir einmal davon ab, dass Luther seine Schrift „Wider die Getzen“ von dem, der Reformation nahestehenden Eiferer Karlstadt (der gewaltig auf die Kunstwerke eindreschen ließ) gründlich missverstanden sah, sieht man Luther heute als denjenigen, der den „Kult“ um die Kunstwerke absterben, die Kunstwerke aber erhalten ließ.

Also können wir M. Luther so sogar in der Tradition des Kirchenlehrers Augustinus sehen, der den seinerzeitigen Bilderkult auch äußerst problematisch sah.

Also, „no problem“ mit Bildern in einer evangelischen Kirche. Aber jetzt beginnt das Problem mit der Kunst auf eine andere Art: Es handelte sich hier schon um ein  „sehr modernes Bild“,  von  dem koreanischen Künstler Ji in Park.

Mit „ sehr modernes Bild“ meine ich hier eine Arbeit, die den Sehgewohnheiten vieler Mitbürger/innen nicht unbedingt entspricht. Dazu ist das Bild auch viel zu reduziert, indem es sehr wenige Informationen, Inhalte und klare Aussagen transportiert.

Der Künstler malt (nach Aussage der Galeristin, der „Smudajeschek Galerie“ in Ulm)

„mit Farben und nicht mit Illusionen, dafür aber mit ungeheuerer Lust“. Durchaus lässt sich die Prozesshaftigkeit nachvollziehen und die Autonomie des Bildes, das so einem eigenen farbigen Kosmos verpflichtet ist.

Für die Besucher der Eröffnung, als auch der folgenden Gottesdienste, wäre  sich sicher die  einem Youtube – Video zu entnehmende Aussage des Künstlers gut zu verstehen gewesen, der von sich behauptete, „ich bin ein Träumer mit kindlicher Freude an der Farbe“.

Es kann und sollte durchaus das Anliegen eines Pfarrers sein, seine Kirchenbesucher mit optischen Mitteln zum Träumen über solch ein Bild zu verführen. Träume sind ein Gegenmittel zur Resignation, beflügeln den Alltag und die bunten Farben auf dem sog.

„nichtfarbigen Grund“ hoben den Einen oder Anderen bestimmt auf ihre Schwingen.

Die Befürchtungen bezüglich einer Idolatrie wären somit eh hinfällig, denn so wie Luther den Cherubin und Serafin (gegen manche Eiferer) auch im reformatorischen Kontext ihre Rolle definierte, hätte er mit dieser in Thalfingen gegebenen Buntheit sicherlich die Heiterkeit des Christenmenschen verbunden.

Manfred Bittner